KGV Friedenstal e. V. Hannover

Ausgabe Juni 2022

Der Fachberater informiert:

 

Wie legt man einen Kompost an, als erstes besorgt man sich einen Komposter! Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, wie der Komposter sein soll, den man im Garten aufstellen möchte:

Entweder nimmt man einen offenen Komposter oder einen geschlossenen. Dieser kann aus  Holz – Metall, oder  Kunststoff bestehen. Ich selber bevorzuge welche aus Metall (verzinkt), davon habe ich mittlerweise jetzt schon 2 Stück. 

Ein Komposthaufen im eigenen Garten hat viele Vorteile: In ihm produziert man mit wenig Aufwand seine eigene Humuserde. Das ist eigener Dünger, mit dem man den Boden im Garten verbessern kann. Mischt man die Humuserde mit Gartenerde und auch Sand, dann  kann man diese auch als Blumenerde verwenden. 

Die Humuserde kann auch in den Acker eingearbeitet werden. Somit ist die Kompostierung das einfachste und älteste Recyclingverfahren der Welt. Hier kann man auch alle pflanzlichen Abfälle (Obst & Gemüsereste) die im Haushalt anfallen mit kompostieren, sowie alles Pflanzliche aus dem Garten. Nur Gemüsereste, die gespritzt sind, sollte man nicht in den Komposter geben.

Für den Verrottungsprozess im Kompost sind nicht nur Mikroorganismen, sondern auch Regenwürmer zuständig, sowie Engerlinge des Rosenkäfers. Sie machen aus dem, was man in den Kompost gibt, schöne und gute Erde. Ein gut gepflegter und richtig geschichteter  Komposthaufen riecht nach Waldboden.

 

Das darf auf den Kompost:

  • Gartenabfälle wie Laub- und Grasschnitt, Pflanzenreste, Strauchschnitt
  • Küchenabfälle: Gemüse-, Obst-, Eierschalen, Kaffeefilter, Teebeutel (bei den Teebeuteln, bitte die Metallklammern entfernen, denn bei der Kompostierung ist die Verletzungsgefahr zu groß, weil man sich an den verrosteten Klammern verletzen kann, (oder eine Blutvergiftung „Sepsis“ zuziehen kann)
  • Papieraschentücher, Küchenpapier und Pappe
  • Gartenschnittblumen, Erde vom Umtopfen, sowie Stroh
  • Tipp: Regenwürmer lieben Kaffeesatz und Zwiebelschalen
  • Laub von Obstbäumen 
  • Baumschnitt, kleingeschnitten, oder gehäckselt 
  • Unkräuter, wenn sie noch nicht mit Samen versehen sind

 

Das sollte man nicht auf den Kompost geben:

  • kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile
  • tierische Abfälle wie Käse, Wurst, Fleisch oder Knochen (diese Abfälle, locken Mäuse, Wühlmäuse und speziell Ratten an)
  • Babywindeln und Katzenstreu
  • Zitrusfrüchte, Bananenschalen (denn diese sind oft gespritzt)
  • Jeglicher Baumschnitt, wenn er mit Pilze und Flechten versehen ist
  • Staubsaugerbeutel und Holzkohleasche (Grill)
  • Kein Laub von Waldbäumen, z.B. Eiche, Buche, usw., schwer kompostierbar

 

Wenn die Kompostanlage dreiviertel voll ist, wird sie geschlossen, das heißt es kommt zur Kompostierung kein frisches Material (Gras, Erde, Holz und Blumenschnitt) mehr drauf.

Nach ungefähr einem Jahr ist der Komposterde fertig, und kann als Dünger verwendet und benutzt werden. Der fertige Kompost hat eine krümelige Struktur und er riecht nach Walderde. Auf einer Schubkarre lege ich immer ein Durchwurfsieb, schaufele dann die Komposterde darauf und siebe sie durch. Die groben Reste, die auf dem Sieb liegenbleiben kommen wieder in den neuen Kostposthaufen.

Jetzt habe ich mir den dritten Komposter angeschafft, weil in ihm nur Pferdemist (Pferdeäpfel) lagern sollen. Das habe ich bei meinem Nachbarn gesehen und dort ist der Pferdemist nach einem Jahr richtig zu schwarzer Erde umgewandelt worden. Und das ganze wurde vollbracht von Engerlingslarven des Rosenkäfers (Centonia aurata), diese Erde kann dann im Acker eingearbeitet werden.

Der Käfer ist kein Schädling, sondern im Gegenteil, er zählt zu den Nützlingen im Garten  und bestäubt die Blüten der Pflanzen. Er zählt in Deutschland zu den geschützten Arten.

Die Larven des Rosenkäfers machen keinen Schaden an den Wurzeln der Pflanzen. Sie sind vorallendingen im Komposthaufen erwünscht, weil sie wie die Regenwürmer, den Kompost zu Humus umbilden.

Beim fliegen hebt der Rosenkäfer seine oberen Deckflügel nicht an, sondern er schiebt die darunter liegenden Hinterflügel hervor und fliegt somit zur nächsten Blüte.

Rosenkäfer stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. 

Man kann den Rosenkäfer sehr gut zwischen den Monaten April bis September im Garten beobachten. Die Tiere sitzen dann oft stundenlang auf diverse Blüten. Bei mir konnten ich sie im letztem Jahr auf einer Prachtspiere (Astill arendsii) beobachten, es waren ca. 50 Stück, an einer Pflanze.

Die Eier des Rosenkäfers werden gerne im Komposthaufen abgelegt und nach einigen Wochen schlüpfen dann die weißen Engerlinge (sie sind gekrümmt) und werden ungefähr 5 cm lang. Die gesamte Entwicklung des Rosenkäfers von der Larve, über die Puppe bis hin zum fertigen Käfer dauert ca. 2 Jahre.

Zum Ende des Sommers, nach ca. 2 Jahren, nach ihrer Verpuppung, wenn sie sich in Kokons eingesponnen haben, sind die Rosenkäfer ausgewachsen. Sie überwintern jedoch weiterhin in der Erde und kommen erst im Frühling des darauffolgenden Jahr aus der Erde hervor und wir können uns an diesen schönen Tieren wiedereinmal erfreuen.

Ich habe für Photos, einige Engerlinge des Rosenkäfers freigeschaufelt und konnte sehen, daß sie sich auf dem Rücken liegend fortbewegen und sich sofort wieder in die Erde reingewühlt haben.

Dann haben wir auch noch den Kompostwurm (Eisenia fetida), er ist eine in Europa weitverbreitetsten Art der Regenwürmer (Lumbricidae). Er ist unter den verrottenden Pflanzen im Komposthaufen zu finden.

Kompostwurm (Eisenia fetida)

Die Kompostwürmer (Eisenia fetida) erreichen eine Körperlänge von etwa 60 bis 120 Millimeter und sie sind Zwitter. Allerdings sind zwei Exemplare des Kompostwurmes zur Fortpflanzung nötig, die sich bei den Paarungen wechselseitig befruchten. Die Kompostwürmer sind im Vergleich zu anderen Regenwürmern sehr beweglich und flüchten, wenn man sie an die Oberfläche holt oder sie ausgräbt, graben sich in kürzester Zeit wieder ein.

Bis zum nächsten Mal

Gut Grün

 

KGV Friedenstal e.V. Hannover

Fachberater

 

Wolfgang Doering